
Justizvollzug A7: Einstiegsgehalt und Stufen im Detail
Wie hoch das Einstiegsgehalt in A7 im Vollzug ist, wie die Erfahrungsstufen wirken und was on top kommt.
Nach der Ausbildung startest du im allgemeinen Vollzugsdienst in der Besoldungsgruppe A7. Was das konkret bedeutet, wie dein Gehalt mit den Jahren wächst und welche Zulagen dazukommen, schauen wir uns hier genau an.
Das Grundgehalt in A7
A7 ist das Eingangsamt des mittleren Vollzugsdienstes. Das Grundgehalt richtet sich nach dem Landesbesoldungsgesetz und der Erfahrungsstufe – mit jeder Stufe steigt es. Schon der Einstieg liegt durch die jüngsten Besoldungsanpassungen auf einem ordentlichen Niveau.
Erfahrungsstufen
Das Gehalt wächst nicht nur durch Beförderung, sondern automatisch über die Erfahrungsstufen. In den ersten Berufsjahren steigst du am schnellsten – ein spürbarer Schub ohne zusätzliche Prüfung.
Was on top kommt
Zum Grundgehalt addieren sich die Vollzugszulage, Schicht- und Erschwerniszuschläge sowie der Familienzuschlag. Da als Beamter keine Sozialabgaben anfallen, bleibt vom Brutto vergleichsweise viel netto.
A7 im Justizvollzugsdienst: Was das Eingangsamt bedeutet
A7 ist das Eingangsamt des mittleren allgemeinen Vollzugsdienstes. Wer die
Laufbahnprüfung besteht, wird in aller Regel als Justizvollzugssekretärin
beziehungsweise Justizvollzugssekretär eingestellt — das ist die Amtsbezeichnung, die zur
Besoldungsgruppe A7 gehört. Der Dienst findet in einer JVA statt, also einer
Justizvollzugsanstalt, und umfasst den Umgang mit Gefangenen, Sicherungsaufgaben und die
Betreuung im Stationsalltag.
Nicht zu verwechseln ist der allgemeine Vollzugsdienst mit dem Justizwachtmeister-Dienst.
Justizwachtmeisterinnen und Justizwachtmeister arbeiten überwiegend an Gerichten — Sicherheitsdienst
im Sitzungssaal, Vorführungen, Zustellungen — und bilden eine eigene Laufbahn mit eigener
Eingangsbesoldung. Wer sich für den Beruf im Strafvollzug interessiert, sollte bei
Stellenausschreibungen genau auf diese Unterscheidung achten, weil beide Wege oft nebeneinander
ausgeschrieben werden.
Vor dem Einstiegsgehalt: der Vorbereitungsdienst
Bevor überhaupt eine Besoldungsgruppe greift, steht der Vorbereitungsdienst.
In dieser Zeit bist du Beamtin oder Beamter auf Widerruf — und bekommst deshalb keine
klassische Ausbildungsvergütung wie in einem Lehrberuf, sondern
Anwärterbezüge. Das ist mehr als eine sprachliche Feinheit: Anwärterbezüge folgen
dem Besoldungsrecht, nicht dem Tarifrecht, und sind entsprechend anders aufgebaut.
Das Bundesbesoldungsgesetz beschreibt die Systematik in § 59 BBesG. Danach setzen sich die
Anwärterbezüge aus dem Anwärtergrundbetrag, einem Anwärtererhöhungsbetrag und den
Anwärtersonderzuschlägen zusammen; hinzu kommen der Familienzuschlag und
vermögenswirksame Leistungen. Andere Zulagen gibt es in dieser Phase nur, wenn ein Gesetz sie
ausdrücklich vorsieht. Der Anwärtergrundbetrag selbst richtet sich nach einer eigenen Anlage zum
Gesetz (§ 61 BBesG) — er hängt also an der Laufbahn, nicht an deiner späteren Besoldungsgruppe.
unmittelbar nur für Bundesbeamte. Der Justizvollzug ist Ländersache — jedes Land
regelt die Anwärterbezüge in seinem eigenen Landesbesoldungsgesetz. Die Bausteine heißen dort
meist gleich und sind ähnlich aufgebaut, die Beträge und Fristen können sich aber unterscheiden.
Verbindlich ist immer das Landesrecht des Bundeslandes, bei dem du dich bewirbst.
Der Anwärtersonderzuschlag — und seine Bedingung
Ein Punkt, der in Bewerbungsgesprächen regelmäßig für Überraschungen sorgt: Der
Anwärtersonderzuschlag ist kein selbstverständlicher Gehaltsbestandteil. Nach § 63 BBesG kann ihn
die oberste Dienstbehörde gewähren, wenn ein Mangel an qualifizierten Bewerbern besteht —
er ist also ein Instrument gegen Personalnot und kann kommen und wieder verschwinden. Er beträgt
höchstens 90 Prozent des Anwärtergrundbetrages und darf das Anfangsgrundgehalt des Eingangsamtes
nicht überschreiten.
Entscheidend ist die Gegenleistung, die daran hängt. Der Anspruch besteht nach § 63 Abs. 2 BBesG
nur, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Du scheidest nicht vor dem Abschluss des
Vorbereitungsdienstes aus und fällst nicht schuldhaft durch die Laufbahnprüfung — und du bleibst im
Anschluss mindestens fünf Jahre im Dienst. Wird eine dieser Bedingungen aus Gründen
verfehlt, die du zu vertreten hast, ist der Zuschlag in voller Höhe zurückzuzahlen
(§ 63 Abs. 3 BBesG). Wer während der Anwärterzeit über einen Wechsel nachdenkt, sollte das vorher
wissen — nicht hinterher.
Eine zweite Regel betrifft die Prüfung selbst: Wird die Laufbahnprüfung nicht bestanden oder
verzögert sich die Ausbildung aus einem Grund, den du zu vertreten hast, kann der
Anwärtergrundbetrag auf bis zu 30 Prozent gekürzt werden (§ 66 Abs. 1 BBesG). Von dieser Kürzung
ist allerdings abzusehen, wenn der Vorbereitungsdienst wegen eines genehmigten Fernbleibens oder
Rücktritts von der Prüfung länger dauert — und in besonderen Härtefällen (§ 66 Abs. 2 BBesG).
Wo die konkreten Beträge stehen
Eine bundesweit einheitliche Zahl für das Einstiegsgehalt in A7 gibt es nicht, und jede Quelle,
die eine nennt, meint in Wahrheit ein bestimmtes Bundesland zu einem bestimmten Stichtag. Maßgeblich
ist die Besoldungstabelle des jeweiligen Landes, die als Anlage zum
Landesbesoldungsgesetz veröffentlicht wird. Das Bundesbesoldungsgesetz und seine
Tabellen gelten dagegen für Bundesbeamte und taugen für den Landesvollzug nur als grobe
Orientierung.
Wer seriös vergleichen will, geht deshalb immer denselben Weg: Landesbesoldungsgesetz des
Ziellandes aufrufen, die Anlage mit der Tabelle für die Landesbesoldungsordnung A suchen, dort die
Zeile A7 und die passende Erfahrungsstufe ablesen — und auf das Gültigkeitsdatum achten,
weil Besoldungsanpassungen oft mitten im Jahr greifen. Wie stark sich die Länder unterscheiden,
zeigt unser Vergleich der
Besoldung je Bundesland.
Erfahrungsstufen: Warum das Gehalt ohne Beförderung steigt
Innerhalb der Besoldungsgruppe A7 ist das Grundgehalt nicht fix. Es richtet sich
nach der Erfahrungsstufe, und die steigt mit wachsender
Berufserfahrung automatisch — ohne Bewerbung, ohne Beförderung, ohne zusätzliche
Prüfung. In den ersten Dienstjahren rücken die Stufen am dichtesten aufeinander, danach werden die
Abstände größer. Für dich heißt das: Der Wert, den du im ersten Ausbildungsjahr
oder direkt nach der Übernahme siehst, ist der niedrigste, den du je bekommen wirst.
Ein praktisches Beispiel: Zwei Kollegen arbeiten in derselben JVA auf derselben Station und haben
dieselbe Besoldungsgruppe. Wer zehn Jahre länger dabei ist, verdient trotzdem spürbar mehr — allein
über die Stufen. Beide werden im selben Monat befördert, und der Abstand bleibt trotzdem bestehen,
weil die Erfahrungsstufe mit in das neue Amt genommen wird.
Was zum Grundgehalt dazukommt
Das Grundgehalt ist im Vollzug selten das ganze Bild. Obendrauf kommen mehrere
Zuschläge und Zulagen, die den tatsächlichen Verdienst deutlich
verändern — und die anders als das Grundgehalt nicht an der Erfahrungsstufe hängen, sondern am
konkreten Dienst:
- die Vollzugszulage
als Ausgleich für die besonderen Erschwernisse des Dienstes, - Wechselschicht- und Schichtzulagen für
den Dienst außerhalb geregelter Bürozeiten, - Erschwernis-, Nacht- und
Feiertagszuschläge für einzelne Dienste, - der Familienzuschlag, der sich nach
Familienstand und Kinderzahl richtet.
Weil vom Bruttogehalt außerdem keine Sozialversicherungsbeiträge abgehen, fällt der Abstand
zwischen brutto und netto anders aus als bei Angestellten — nachgerechnet haben wir das im Artikel
Gehalt netto.
Häufige Fragen
Steigt mein Gehalt automatisch?
Ja, über die Erfahrungsstufen wächst das Grundgehalt ohne Beförderung – zusätzlich gibt es Beförderungsämter (A8, A9).
Sind die Beträge in jedem Bundesland gleich?
Nein, jedes Land regelt die Besoldung selbst; die Unterschiede liegen meist im Bereich einiger Prozent.
Bekomme ich im Vorbereitungsdienst eine Ausbildungsvergütung?
Nein. Als Beamtin oder Beamter auf Widerruf erhältst du Anwärterbezüge, keine Ausbildungsvergütung im tarifrechtlichen Sinn. Sie bestehen nach § 59 BBesG aus dem Anwärtergrundbetrag, einem Erhöhungsbetrag und gegebenenfalls Anwärtersonderzuschlägen, dazu Familienzuschlag und vermögenswirksame Leistungen. Die konkrete Ausgestaltung regelt im Justizvollzug das jeweilige Landesbesoldungsgesetz.
Muss ich den Anwärtersonderzuschlag zurückzahlen?
Das kann passieren. Nach § 63 Abs. 2 BBesG besteht der Anspruch nur, wenn du den Vorbereitungsdienst abschließt und danach mindestens fünf Jahre im Dienst bleibst. Wird eine dieser Bedingungen aus Gründen verfehlt, die du zu vertreten hast, ist der Zuschlag nach Absatz 3 in voller Höhe zurückzuzahlen. Die Länder haben dazu eigene, meist ähnliche Regeln.
Wo finde ich die gültige Besoldungstabelle für A7?
In der Anlage zum Landesbesoldungsgesetz des Bundeslandes, bei dem du dich bewirbst — dort in der Tabelle zur Landesbesoldungsordnung A, Zeile A7. Die Tabellen des Bundesbesoldungsgesetzes gelten für Bundesbeamte und passen auf den Landesvollzug nicht. Achte immer auf das Gültigkeitsdatum, weil Anpassungen häufig unterjährig in Kraft treten.
Ist der allgemeine Vollzugsdienst dasselbe wie der Justizwachtmeisterdienst?
Nein, es sind zwei getrennte Laufbahnen. Der allgemeine Vollzugsdienst findet in der JVA statt, der Justizwachtmeisterdienst überwiegend an Gerichten mit Sicherheits-, Vorführungs- und Zustellungsaufgaben. Beide haben eigene Eingangsämter und werden oft nebeneinander ausgeschrieben — beim Bewerben lohnt der genaue Blick.