
Umgang mit psychisch kranken Gefangenen
Warum psychische Erkrankungen im Vollzug häufig sind und wie du im Dienst angemessen damit umgehst.
Hinter Gittern sind psychische Erkrankungen überdurchschnittlich häufig. Als Vollzugsbeamtin oder -beamter begegnest du Menschen in Ausnahmezuständen – ein sensibler, informierter Umgang schützt sie und dich.
Häufige Belastungen
Depressionen, Suchterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen und Traumafolgen sind im Vollzug weit verbreitet. Haft, Enge und Perspektivlosigkeit verschärfen sie zusätzlich.
Dein Umgang im Alltag
Ruhe, Geduld und Berechenbarkeit helfen am meisten. Nimm Veränderungen ernst, vermeide Provokation und ziehe früh den psychologischen und medizinischen Dienst hinzu. Du bist nicht für die Behandlung zuständig, aber für das Erkennen und Melden.
Grenzen kennen
Du bist kein Therapeut – und das musst du auch nicht sein. Deine Stärke ist der wache Blick und die saubere Zusammenarbeit mit den Fachdiensten. Das rettet im Zweifel Leben.
Häufige Fragen
Muss ich psychologisch ausgebildet sein?
Nein, aber Grundlagen vermittelt die Ausbildung. Für die Behandlung sind die Fachdienste zuständig.
Was tue ich bei akuten Krisen?
Ruhe bewahren, deeskalieren, sofort Fachdienste und Vorgesetzte informieren und die vorgesehenen Schutzmaßnahmen einleiten.